Kampf der Spieleplattformen – freie Alternative zu Origin, Steam sucht Linux-Devs, Desura bleibt ruhig und unterstützt weiterhin Indie-Entwickler
Gestern durfte ich genau zwei Neuigkeiten erfahren, die mich sehr mit guten Gefühlen erfüllten. Zum einen soll es bald einen “Fork” vom “normalen” Origin geben, also eine freie Version des Steam-Konkurrenten, der gänzlich frei ist und somit sicherlich auch auf Linux lauffähig sein wird (was vor entsprechenden Spieleportierungen aber nicht viel bringt) und zum anderen die Tatsache, dass EA immer mehr Spiele, darunter auch von anderen Publishern, zu Origin holen will.
Warum freut mich das? Weil Konkurrenz das Geschäft belebt. Seit Monaten macht Steam immer und immer wieder den gleichen Scheiß, irgendwelche Angebote, irgendwelche Aktionen aber so etwas wirklich Großes bei dem man sagt “BAM” kam schon lange nicht mehr. Weiterhin ruht sich Steam ebenfalls seit geraumer Zeit auf dem gleichen Design aus, auf der gleichen Community und kommt nur schwer voran. Origin stellt in meinen Augen die ultimative Obsession von Frische dar. Es ist hell, es weiß die Spiele auf einem Account zu präsentieren und es hat einen sehr viel flüssiger und schneller besurfbaren Store. Hand aufs Herz – jeder Steam-Nutzer kennt es – man möchte ein Spiel kaufen, es ist Abends, man ist geschafft von der Arbeit und möchte möglichst schnell etwas anzockieren. Und dann kommt auch noch dieser enorm träge Steam-Store daher, der für den Kauf eines Spiels gute 15 Minuten in Anspruch nimmt. EA hat einfach ein bisschen geillert und es besser nachgemacht.
Wobei auch Steam wieder weiter geht – kürzlich habe ich beispielsweise gelesen, dass Valve gezielt Linux-Entwickler gesucht hat. Einige meinten, dass sei der Start eines nativen Linux-Clients, wie er schon vor ein paar Jahren für die Mac-Plattform released wurde. Ich denke das ist ein sehr guter Schritt, so müssen Nutzer nicht mehr länger mit Wine hantieren und die Kompromisse beim “emulierten” (Ja, ja, Wine is not a emulator …) Spiel in kauf nehmen, sondern können wie jeder andere User auf “Install” klicken und ein paar Minuten später ohne weiteres spielen. Spart dem Nutzer Zeit, spült Valve Geld für kommende HL-Spiele (Spekulationen für den Gewinn) in die Kassen und erhöht das Spieleerlebnis.
Aber zurück zum angesprochenen Part! Von Origin soll es wohl demnächst eine freie Version geben, also eine Version bei der jeder den Quellcode betrachten kann, sofern er meint Origin würde überwachen und spionieren. Ein User eines EA-Forums hat also angekündigt, eine freie Version von Origin auf die Beine zu stellen. Grundsätzlich könnte das glaubwürdig sein, ich bin aber der Auffassung, dass ein Kerl als 1-Mann-Armee weitaus weniger in der gleichen Zeit schafft wie ein riesiger Publisher. So wie es aussieht, scheint der Kerl aber ohnehin bei EA in der Forschungsabteilung angestellt zu sein.
Jedenfalls meint er wortwörtlich:
For those that are still unconvined, I’m working on an Open-Source verion of Origin: http://openorigin.sourceforge.net/
dmex
Researcher, EA Security Risk Management Team
Das Thema im EA-Forum findet sich hier. Spaßfakt an der ganzen Sache ist ja, dass der Client mehr Funktionen beherbergen soll als das normale Origin. Ob was dran ist oder ob das wieder so eine “Hauptschüler meint er hätte ein OS welches Windows und Linux gleichermaßen Unterstützt erschaffen”-Aktion wird, muss sich zeigen. Neue Ideen sind in jedem Fall immer gut. Ebenso Konkurrenz – nur die sorgt dafür, dass die Anbieter etwas weiter entwickeln um dem Gegner die Strin bieten zu können. Weiter gedacht ist auch fraglich, ob EA es gut findet, wenn ein Mitarbeiter eine Konkurrenzplattform aufbaut. Wir erinnern uns zurück an Apple und Steve Jobs NeXT-Firma, die dann eine Klage an den Hals bekam weil in den Würfelcomputer Ideen von Apple einflossen.
Gelesen habe ich das ganze übrigens bei theorigin.de, einer Seite die von deinem PCGHX-Member erstellt wurde und die ich auch schon länger im Auge habe. Prakisch seit EA mit der Origin-Sache begonnen hat. Der ganze Artikel findet sich für Interessenten hier.
—– (Trennstrich, LOL)
Auf PCGH habe ich erfahren, dass EA immer mehr Spiele ins Origin-Boot holt. Insgesamt sollen 11 fremde Publisher aufgenommen werden und per Origin ihre Games anbieten dürfen. Zum großen Teil dürften das Spiele sein, die mich ohnehin nicht sonderlich interessieren. Der Vollständigkeit halber die Publisher: Robot Entertainment, Trion Worlds sowie CD Projekt Red, Freebird Games, Recoil Games, Autumn Games, 1C Company, Inxile Entertainment, Paradox Interactive, Core Learning Ltd. und N3V Games.
Sagen mir jetzt allesamt gar nichts. Außer Paradox, denn die haben Hearts of Iron 3 heraus gebracht.
Wie dem auch sei … es bleibt spannend. Ich mag Fortschritte und desto schneller diese voran gehen, desto mehr kann ich in meinem Leben noch sehen. Es ist so schön ein Softwarejunkie zu sein. *_*
Quelle zum Teil mit den neuen Publishern
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